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Die Gleichstellungsbeauftragte engagiert sich im Zusammenspiel vieler AkteurInnen für eine geschlechtergerechte Hochschulentwicklung an der Universität des Saarlandes. Im September 2013 wurde sie außerdem erneut in den Vorstand der Bundeskonferenz der Frauenbeauftragten und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen, kurz BuKoF, gewählt.

Zentrale hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte und Gleichstellungsbüro der Universität des Saarlandes

Die Gleichstellungsbeauftragte und ihr Team begleiten die Belange aller Frauen (Studentinnen, Mitarbeiterinnen, Professorinnen) der UdS und tragen zu einer geschlechtergerechten Hochschulkultur und -entwicklung bei. Die Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist eine wichtige Querschnittsaufgabe der Universität des Saarlandes, die basierend auf dem Grundgesetz seit 1999 im Universitätsgesetz (jetzt Saarländisches Hochschulgesetz) festgeschrieben ist.

Zentrale Arbeitsbereiche der Gleichstellungsbeauftragten sind:

  • Umsetzung des Gleichstellungsplans
  • Monitoring von Stellenbesetzungen und Berufungsverfahren
  • Geschlechtergerechte Sprache
  • Unterstützung von Frauen in Forschung und Lehre (Qualitätszirkel Gender und Diversity)
  • Vernetzung der weiblichen Hochschulangehörigen
  • Kooperation mit anderen frauenfördernden Initiativen (Forum Geschlechterforschung, Frauenbeauftragten der obersten Landesbehörden und Kommunen, Frauennotruf, FrauenGenderBibliothek)
  • Analyse und Veröffentlichung aktueller Entwicklungen in der Hochschulpolitik, die für die Gleichstellung relevant sind
  • Motivierung von Schülerinnen und Studentinnen für naturwissenschaftlich-technische Studiengänge (Koordinationsstelle  Gender Equality MINT)
  • Förderung von Studentinnen und Nachwuchswissenschaftlerinnen (Coaching, Exzellenzprogramm für Wissenschaftlerinnen, Mentoring)
  • Kooperation mit dem Beirat für Frauenfragen
  • Gender Consulting Service für Antragstellerinnen und Antragsteller von Verbundprojekten

Alle Maßnahmen zielen auf eine Intensivierung der Förderung zur Gleichstellung von Frauen und Männern an der Universität des Saarlandes.

Das Gleichstellungsbüro berät alle weiblichen Hochschulangehörigen in Fragen zu finanziellen Fördermöglichkeiten und Stipendien, bei Schwierigkeiten im Umgang mit anderen am Studien- oder Arbeitsplatz (Mobbing/Stalking/sexuelle Belästigung/körperliche Gewalt) sowie zu Lebensphasen bezogenen Fragen (Familie und Beruf). Die Gleichstellungsbeauftragte steht als Mediatorin für unterschiedliche Anlässe zur Verfügung. Im Themenfeld Sicherheit auf dem Campus (AG Sicherheit) ist sie Ansprechpartnerin und initiiert und organisiert mit ihrem Team neben Selbstverteidigungskursen auch Workshops zur Gewaltprävention in Kooperation mit dem Hochschulsport.


Umsetzung im Saarland und an der UdS

Landesgleichstellungsgesetz

Im Saarland regelt das Landesgleichstellungsgesetz (LGG) zur Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern die gesetzliche Verankerung der Frauenförderung im öffentlichen Dienst. Zur Umsetzung dieser Ziele hat die Universität des Saarlandes einen Gleichstellungsplan (hier, sowie die Berichtigung) beschlossen, mit dessen mittlerweile 5. Fortschreibung sie aktiv zur Gleichstellung beitragen und die Unterrepräsentanz und strukturelle Benachteiligung von Frauen weiter abbauen will. Zum Gleichstellungsplan wurde vom Gleichstellungsbüros eine Handreichung (hier) zu Stellenausschreibungen und Stellenbesetzungsverfahren an der UdS erstellt.

Die Gleichstellungsbeauftragte berät und unterstützt die Leitung und die zentralen Gremien der Universität des Saarlandes bei der Umsetzung des staatlichen Gleichstellungsauftrags. Sie erarbeitet in Kooperation mit den zuständigen Stellen und im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages Programme zur Förderung von Frauen in allen Bereichen der Hochschule, um langfristig strukturelle Ungleichheiten aufzuheben.

 

Forum Geschlechterforschung

Ziel des Forums Geschlechterforschung ist es, den inter- und transdisziplinären Dialog über zentrale Fragestellungen und Forschungsgebiete der Geschlechterforschung an der Universität des Saarlandes zu fördern.
http://www.uni-saarland.de/page/gender.html


EU-Richtlinien (Allgemeines Gleichstellungsgesetz)

Das 2006 auf der Grundlage einer EU-Richtlinie verabschiedete Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz AGG gibt von Diskriminierung Betroffenen die Möglichkeit, selbst konkret ihr Recht einzufordern, und verpflichtet ArbeitgeberInnen zu präventiven Maßnahmen zum Schutz ihrer/seiner Beschäftigten vor Diskriminierung. Zielgruppe des AGG sind neben Frauen noch weitere diskriminierte Gruppen: das AGG richtet sich gegen Benachteiligungen aus Gründen der ethnischen Herkunft, der Religion oder Weltanschauung ebenso wie aufgrund von Alter, sexueller Orientierung oder Behinderung.

 


Definitionen

Gender Mainstreaming

Die Strategie des Gender Mainstreaming (GM) zielt auf die (Re-)Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung von Entscheidungsprozessen, mit dem Ziel, dass die an politischer Gestaltung Beteiligten den Blickwinkel der Gleichstellung von Männern und Frauen in allen Bereichen und auf allen Ebenen einnehmen. GM wird vorwiegend als Top-Down-Strategie eingesetzt und nimmt Rahmenbedingungen und Strukturen in den Blick, die Ungleichheit hervorbringen. GM wirkt langfristig und weniger direkt als Gleichstellungspolitik oder Frauenförderung.

 

Diversity Management

Diversity Management (DM) bedeutet, soziale Vielfalt konstruktiv zu nutzen. Aus der  Frauenbewegung und der Bürgerrechtsbewegung der Sechziger in den USA entstand die Idee der positiven Wertschätzung von Vielfalt/Unterschiedlichkeit („diversity“) in politischen Bewegungen, die in den Achtzigern als Diversity Management in neueren Unternehmenskonzepte umgesetzt wurde. Grundsätzlich geht es darum, soziale Diskriminierungen von Minderheiten zu verhindern und Chancengleichheit für alle zu verbessern. Dies bezieht sich insbesondere auf äußerlich diskriminierende Merkmale wie Geschlecht, Rasse/Ethnie, Alter und Behinderung, aber auch Merkmale wie sexuelle Orientierung, Religion und soziale Schicht müssen in den Blick genommen werden, um Diskriminierungen zu verhindern. Dabei steht aber nicht die Minderheit selbst im Fokus, sondern die Gesamtheit der MitarbeiterInnen/Studierenden/Lehrenden in ihren Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Diversity Management ist letztlich auch mehr als reine Antidiskriminierungspolitik, es geht um ein Gesamtkonzept des Umgangs mit personaler Vielfalt in einer Einrichtung /einer Hochschule/einem Unternehmen zum Nutzen aller Beteiligten. In diesem Zusammenhang unterstützt die Gleichstellungsbeauftragte das Programm START (www.start-stiftung.de), das begabte Zuwandererkinder fördert.

 

Sowohl Gender Mainstreaming als auch Diversity Management geben wichtige Impulse zur konkreten Gleichstellungsarbeit an Hochschulen.